Dieses Bild habe ich 2017 mit Tusche auf Leinwand gezeichnet und den Hintergrund mit Öl gestaltet. Es ist aus dem Zyklus „Lebensraum“ und zeigt einen „Raum“ in dem Ein Bild von der Burg Laudegg in Ladis hängt. Darüber hinweg fliegt ein Bartgeier, der diesen Raum beansprucht.
Der Bartgeier – ein faszinierender Überlebenskünstler der Alpen
Der Bartgeier, auch Lämmergeier genannt, gehört zur Familie der Habichtartigen und ist damit weder ein klassischer Geier noch ein Adler. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,90 Metern, einem Gewicht von bis zu 7 Kilogramm und einer Lebenserwartung von bis zu 40 Jahren zählt er zu den größten flugfähigen Vögeln Europas.
Seine Ernährung ist einzigartig: Bis zu 90 % seiner Nahrung besteht aus Knochen. Um an das nahrhafte Knochenmark zu gelangen, lässt er Knochen aus großer Höhe auf Felsen fallen – sogenannte „Knochenschmieden“ – bis sie zersplittern.
Auffällig ist auch sein Äußeres: Das rötlich-orange Gefieder entsteht durch Baden in eisenoxydhaltigem Schlamm und dient vermutlich mehreren Zwecken – es signalisiert Stärke und Reife, wirkt antibakteriell und bietet Tarnung in felsigem Gelände. Die roten Augenringe, verstärkt durch die beinahe weiße Iris, haben Signalwirkung und deuten auf Fitness und Dominanz hin – besonders wichtig beim Streit um Aas.
Trotz seiner Größe ist der Bartgeier für den Menschen völlig ungefährlich und zeigt selbst bei Nestern kein aggressives Verhalten. Meist legen die Tiere zwei Eier, ziehen jedoch stets nur ein Küken auf – das stärkere setzt sich gegen das schwächere durch („Kainismus“). Die Eiablage erfolgt bereits im Januar, sodass der Nachwuchs im Frühling ausreichend Nahrung findet. Die Vögel sind extrem kältehart – sie werden während der Brutzeit mitunter vollständig eingeschneit. Die Nestlingszeit dauert bis zu vier Monate. Bartgeier sind monogam und bleiben ein Leben lang als Paar zusammen.
Rückkehr in den Alpenraum
Im 19. Jahrhundert wurde der Bartgeier in Tirol durch intensive Verfolgung ausgerottet. Erst 1986 begann im Nationalpark Hohe Tauern die Wiederansiedlung, die heute als Erfolg gilt: Im Jahr 2024 leben in Österreich wieder rund 40 Bartgeier, darunter 12 nachgewiesene Brutpaare.
Besonders im Bezirk Landeck – im Kaunertal, Pitztal und Ötztal – hat sich der Bartgeier erneut angesiedelt. In Nordtirol konnten sich fünf Brutpaare etablieren, drei davon in den westlichen Tälern Tirols. Im Jahr 2023 zogen diese Paare erfolgreich Jungvögel auf. Beobachtungen aus dem Oktober 2024 in den Bezirken Landeck, Imst und Reutte zeigen, dass sich die Population dort weiter ausbreitet. Der Naturpark Ötztal spielt dabei eine zentrale Rolle mit Monitoring- und Schutzmaßnahmen – unterstützt durch eine eigene Bartgeierbeauftragte.
Auch im Südtiroler Vinschgau, insbesondere im Bereich des Nationalparks Stilfserjoch, ist der Bartgeier wieder heimisch geworden. Im Jahr 2023 wurden dort fünf Brutpaare mit erfolgreich aufgezogenen Jungtieren registriert.
Im Schweizer Nationalpark rund um den Ofenpass (Engadin) wurde 2007 erstmals wieder ein Bartgeier in freier Wildbahn geboren. Genaue aktuelle Zahlen fehlen, doch die Population in den Zentral- und Nordwestalpen – zu denen das Engadin zählt – wächst stabil. Insgesamt leben heute schätzungsweise 300 bis 400 Bartgeier im gesamten Alpenraum.
Die Entwicklung zeigt: Der Bartgeier ist auf dem besten Weg, wieder ein fester Bestandteil der Alpenfauna zu werden – majestätisch, anpassungsfähig und doch vollkommen ungefährlich.
Für diese Information über den Bartgeier habe ich einen Facebookeintrag vom 10.05.2024 von DDr. Schranz Johannes nachbearbeitet und mit den Daten über das Kauner-, Pitz- und Ötztal, sowie den Grenzraum zum Vinschgau und Engadin nach entsprechender Recherche ergänzt.
Der Thialstock im Licht der Glaskunst
Dieses Werk habe ich 2026 geschaffen. Es hat das Format 77×33 cm und bricht radikal mit traditionellen Maltechniken. Statt Farbe aufzutragen, nutze ich das gezielte Abplatzen und Brechen von Glas, um faszinierende Lichtstrukturen zu erzeugen. Jeder einzelne helle Punkt auf dem tiefschwarzen Hintergrund ist das Resultat eines Hammerschlags auf die Glasoberfläche. Es erfordert Übung, Erfahrung und ein blindes Gespür für das fragile Material, um den Kontrast zwischen Licht und Schatten so feinfühlig zu steuern. Nur so gelingt es, die dreidimensionale Topografie des Berges perfekt nachzuempfinden und ein dynamisches Werk zu schaffen, das sich je nach Lichteinfall und Blickwinkel des Betrachters lebendig verändert.
Das Motiv des Werkes ist ein wahrer Charakterberg der Tiroler Alpen: der Thialstock, von den Einheimischen oft einfach liebevoll „der Thial“ genannt. Mit einer Höhe von 2.385 Metern über dem Meeresspiegel bildet er den nordöstlichen Abschluss der Samnaungruppe. Als stolzer Hausberg der Bezirksstadt Landeck sowie der Nachbargemeinden Zams und Fließ überragt seine mächtige, schroffe Nordost-Flanke das Inntal an dieser markanten Engstelle. Genau diese imposante Perspektive – von Zams aus gesehen – habe ich in einem gläsernen Relief eingefangen und damit dem wichtigen regionalen Wahrzeichen ein Denkmal gesetzt.
In der Realität ist der Thialstock ein äußerst beliebtes Ausflugsziel, das Wanderern sowohl gemütliche Routen als auch anspruchsvolle alpine Touren bietet. Der klassische Aufstieg startet von Perfuchsberg aus und führt hinauf zur malerischen, im Sommer bewirtschafteten Thialalm auf 1.834 Metern Höhe. Ab hier wandelt sich der Pfad in einen alpinen Steig, der schließlich vom Gipfel aus einen spektakulären 360-Grad-Blick bietet. Von dort oben schweift das Auge über den Landecker Talkessel, das Inntal und die Lechtaler Alpen bis hin zu den vergletscherten Riesen der Ötztaler Alpen.
Den majestätischen Flug des Steinadlers habe ich 2026 auf eine 50×80 cm große Glasscheibe gebannt
Der Steinadler, oft als „König der Lüfte“ bezeichnet, ist heute wieder ein fester Bestandteil der Tiroler Alpen – ein Symbol für Freiheit, Stärke und Unberührtheit, das auf diesem einzigartigen Glasbild im Flug festgehalten wurde. Doch sein Thron war lange Zeit gefährdet. Nachdem er im 19. Jahrhundert durch gnadenlose Verfolgung und Gift fast vollständig ausgerottet worden war, haben konsequente Schutzmaßnahmen zu einer beeindruckenden Rückkehr geführt. In den gesamten Alpen brüten heute wieder etwa 1.200 Paare; in Österreich liegt der Bestand bei zirka 260 bis 360 Paaren, wovon ein bedeutender Teil in den zerklüfteten Felswänden Tirols beheimatet ist.
Meist findet man seine Horste in steilen Felswänden zwischen 1.500 und 2.500 Metern, oft strategisch günstig an der Waldgrenze positioniert. Von dort aus kontrolliert ein Paar ein Revier von bis zu 100 Quadratkilometern. Es ist ein Leben der Extreme, das auch in der hier dargestellten Pose des kraftvollen Fluges deutlich wird: Während der Adler im Sommer von der Thermik profitiert und Murmeltiere jagt, wird der Winter zu einer harten Überlebensprüfung, in der er oft auf Aas oder geschwächte Wildtiere angewiesen ist.
Trotz seiner imposanten Erscheinung ist die Reproduktion ein langsamer und sensibler Prozess. Ein Adlerpaar bleibt sich meist ein Leben lang treu, zieht aber oft nur einen einzigen Jungvogel pro Jahr auf. Von den meist zwei gelegten Eiern überlebt aufgrund des sogenannten Kainismus – bei dem das stärkere Küken das schwächere verdrängt – in der Regel nur das erstgeborene. Bis ein Jungadler selbst geschlechtsreif ist und ein eigenes Revier besetzen kann, vergehen fünf bis sechs gefährliche Jahre.
Heute ist der Steinadler zwar nicht mehr unmittelbar vom Aussterben bedroht, doch moderne Gefahren wie Störungen durch Freizeitaktivitäten in Nestnähe oder schleichende Bleivergiftungen fordern ständige Wachsamkeit. Dieses Kunstwerk erinnert uns an die Schönheit und Zerbrechlichkeit dieses außergewöhnlichen Vogels.
2026 hämmerte ich dieses Haflingerporträt auf einer 50×80 cm großen Glasscheibe. Das Besondere an dieser exklusiven Glaskunst: Das Werk entsteht komplett ohne den Einsatz von Pinseln oder Farbe. Stattdessen nutze ich das gezielte und kontrollierte Abplatzen der Glasoberfläche. Jeder einzelne Lichtpunkt, der sich vom tiefschwarzen Hintergrund abhebt, ist das Resultat eines präzisen Hammerschlags.
Der Haflinger ist weit mehr als nur ein hübsches Freizeitpferd; er ist ein lebendiges Kulturgut der Alpenregionen und blickt als das „goldene Pferd mit dem weißen Behang“ auf eine faszinierende Geschichte zurück. Sein Name leitet sich direkt von dem Südtiroler Bergdorf Hafling bei Meran ab, wo die Rasse ihre Wurzeln hat. Die gezielte Zucht begann offiziell im Jahr 1874 mit der Geburt des Hengstes „249 Folie“. Dieser Stammvater, der aus einer Kreuzung zwischen einer veredelten Tiroler Landstute und einem Halbbluthengst mit arabischen Vorfahren hervorging, begründete die Linie, auf die sich heute jeder reinrassige Haflinger weltweit zurückführen lässt.
Ursprünglich war der Haflinger kein Sportpartner, sondern ein unentbehrlicher Schwerstarbeiter für die Bergbauern. In der extremen Bergwelt Tirols wurde er als sogenanntes Säumerpferd eingesetzt, um schwere Lasten wie Heu, Holz oder Lebensmittel auf schmalen, steilen Pfaden zu transportieren, die für Wagen völlig unzugänglich waren. Diese harten Lebensbedingungen und die kargen Futterverhältnisse der Hochalpen prägten den Charakter und den Körperbau der Rasse über Generationen hinweg. Es entstand ein Pferd, das nicht nur durch seine Trittsicherheit und enorme Kraft besticht, sondern vor allem durch seine legendäre Genügsamkeit und Nervenstärke.
Heute hat sich das Einsatzgebiet des Haflingers stark gewandelt, doch seine Vielseitigkeit ist geblieben. Nachdem er durch die Motorisierung der Landwirtschaft fast seine Aufgabe verloren hätte, entwickelte er sich zu einem der beliebtesten Allrounder für den Reit- und Fahrsport. Ob in der Dressur, beim Westernreiten, im therapeutischen Einsatz oder vor der Kutsche – sein sanftmütiges Wesen macht ihn zum idealen Familienpferd. Trotz dieser modernen Karriere bleibt er seiner Herkunft treu: Beim österreichischen Bundesheer wird er auch im Jahr 2026 noch immer in der Tragtierstaffel eingesetzt, um Material in Gelände zu bringen, an dem jede Maschine scheitert.
In seiner Heimat ist der Bestand nach wie vor stark verwurzelt. Allein in Österreich leben etwa 15.000 registrierte Tiere, und auch in Südtirol wird die Zuchttradition mit mehreren tausend Pferden intensiv gepflegt. Weltweit hat die Rasse in über 70 Ländern Fuß gefasst. In der Haltung erfordert der Haflinger jedoch ein gewisses Fingerspitzengefühl, da er genetisch auf Mangel programmiert ist. Er gilt als extrem leichtfuttrig, was bedeutet, dass er Nahrung besonders effizient verwertet. Seine Hauptnahrung sollte daher aus kargem Heu und Stroh bestehen; zu üppige, zuckerreiche Weiden im Flachland können schnell zu Übergewicht führen. Am gesündesten ist er noch immer dort, wo er herkommt: auf den kargen Kräuterwiesen der Hochalmen, die seine Robustheit bis heute erhalten.
„… der für uns …“: Ein Porträt des Leidens und der Hoffnung
Dieses Werk habe ich 2026 geschaffen und der Titel, „… der für uns …“, ist eine bewusste Verkürzung des bekannten Bekenntnisses. Diese Unvollständigkeit soll den Betrachter einladen, den Satz selbst zu beenden und über die persönliche Bedeutung des Leidens Christi nachzudenken. Das Porträt des mit Dornen gekrönten Christus, das ich auf der 25 x25 cm großen Glasscheibe geschaffen habe, soll nicht nur visuell fesseln. Es soll auch tiefe theologische Fragen aufwerfen.
Dieses Porträt eines Wolfes hämmerte ich 2026 mit einem Hammer auf eine 25 x 25 cm große Glasplatte. Durch unzählige präzise Schläge entsteht eine Textur, die die wilde und zugleich verletzliche Aura des Wolfes einfängt – ein Tier, das heute wieder Teil unserer alpinen Landschaft ist, dort jedoch auf massiven Widerstand stößt.
Der Wolf (lat. Canis lupus) ist ein Meister der Ausdauer und sozialen Organisation. Er lebt in eng vernetzten Familienverbänden, den Rudeln, die in Mitteleuropa meist aus dem Elternpaar und dem Nachwuchs der letzten zwei Jahre bestehen. Entgegen dem alten Begriff des „Alpha-Tieres“ führen die Eltern ihr Rudel eher wie eine menschliche Familie, wobei sowohl der Rüde als auch die Fähe Leitungsrollen übernehmen.
Die Rückkehr in einen engen Lebensraum In Tirol ist die Situation derzeit besonders dynamisch: Während im vergangenen Jahr über 30 verschiedene Individuen nachgewiesen wurden, handelt es sich dabei primär um durchziehende Einzeltiere. Eine dauerhafte Sesshaftigkeit ist in Tirol im Vergleich zu den Nachbarregionen noch selten. Ganz anders sieht es in der Schweiz aus, wo mittlerweile über 35 Rudel sesshaft sind, sowie in Südtirol, wo sich stabile Strukturen etabliert haben.
Doch die Rückkehr verläuft nicht ohne schwere Konflikte. Besonders bei der Jägerschaft und den Bauern ist der Wolf heute weitgehend unerwünscht. In der kleinstrukturierten alpinen Kulturlandschaft Tirols fehlt es oft an den notwendigen Rückzugsgebieten, wodurch das Tier auf seiner Suche nach Territorium immer wieder unmittelbar auf den Menschen und seine Siedlungsräume trifft.
Existenzielle Konflikte in der Landwirtschaft Ein Wolfsrudel benötigt ein riesiges Revier von etwa 150 bis 350 km2. Auf der Suche nach Nahrung legen Wölfe bis zu 70 Kilometer am Tag zurück. Ihre Jagdstrategie basiert auf Kooperation, doch trifft dieser Instinkt auf ungeschützte Weidetiere, entsteht ein dramatisches Bild: In Schafherden verfällt der Wolf oft in einen Jagdrausch, bei dem er deutlich mehr Tiere tötet, als er rein zum Überleben oder zur Sättigung benötigt. Dieses Verhalten macht eine friedliche Koexistenz mit der traditionellen Almwirtschaft für viele Betroffene unvorstellbar.
Das Leben in der Wildnis ist fordernd. Während Wölfe in Gefangenschaft bis zu 15 Jahre alt werden können, erreichen sie in freier Natur meist nur ein Alter von 5 bis 10 Jahren. Der Fortlauf der Art wird durch einen jährlichen Wurf gesichert: Nach der Paarung im Spätwinter kommen im Frühjahr meist 4 bis 6 Welpen zur Welt, die blind und taub geboren werden und in den ersten Wochen streng behütet in einer Höhle aufwachsen – Symbole einer Wildnis, die in unserer modernen Welt um ihren Platz kämpft.
Der König der Lüfte auf Glas gebannt
Der Steinadler, oft als „König der Lüfte“ bezeichnet, ist heute wieder ein fester Bestandteil der Tiroler Alpen, doch sein Thron war lange Zeit gefährdet. Nachdem er im 19. Jahrhundert durch gnadenlose Verfolgung und Gift fast vollständig ausgerottet worden war, haben konsequente Schutzmaßnahmen zu einer beeindruckenden Rückkehr geführt. In den gesamten Alpen brüten heute wieder etwa 1.200 Paare; in Österreich liegt der Bestand bei zirka 260 bis 360 Paaren, wovon ein bedeutender Teil in den zerklüfteten Felswänden Tirols beheimatet ist.
Meist findet man seine Horste in steilen Felswänden zwischen 1.500 und 2.500 Metern, oft strategisch günstig an der Waldgrenze positioniert. Von dort aus kontrolliert ein Paar ein Revier von bis zu 100 Quadratkilometern. Es ist ein Leben der Extreme: Während der Adler im Sommer von der Thermik profitiert und Murmeltiere jagt, wird der Winter zu einer harten Überlebensprüfung, in der er oft auf Aas oder geschwächte Wildtiere angewiesen ist.
Trotz seiner imposanten Erscheinung ist die Reproduktion ein langsamer und sensibler Prozess. Ein Adlerpaar bleibt sich meist ein Leben lang treu, zieht aber oft nur einen einzigen Jungvogel pro Jahr auf. Von den meist zwei gelegten Eiern überlebt aufgrund des sogenannten Kainismus – bei dem das stärkere Küken das schwächere verdrängt – in der Regel nur das erstgeborene. Bis ein Jungadler selbst geschlechtsreif ist und ein eigenes Revier besetzen kann, vergehen fünf bis sechs gefährliche Jahre.
Heute ist der Steinadler zwar nicht mehr unmittelbar vom Aussterben bedroht, doch moderne Gefahren wie Störungen durch Freizeitaktivitäten in Nestnähe oder schleichende Bleivergiftungen fordern ständige Wachsamkeit.
Auf Glas gehämmerte Darstellung eines Alpensteinbocks mit mächtigen, geschwungenen Hörnern vor schwarzem Hintergrund.
Dieses Bild entstand 2026 durch eine ungewöhnliche Technik: Mit gezielten Hammerschlägen setzte ich feine Beschädigungen am Glas und formte nach und nach das Tier mit seinen mächtigen Hörnern. Die scheinbar rohe Bearbeitung steht dabei im spannenden Kontrast zur Anmut und Widerstandskraft des dargestellten Tieres.
Der Lebensraum des Alpensteinbocks variiert je nach Jahreszeit: Im Sommer bevorzugt er hochalpine Regionen oberhalb der Baumgrenze in Höhen zwischen etwa 2.000 und 3.500 Metern, wo er sich auf steilen, felsigen Hängen bewegt. Im Winter zieht er in tiefere, schneearme und sonnige Lagen, um Nahrung zu finden. Diese besteht hauptsächlich aus Gräsern, Kräutern, Moosen und Flechten, wobei sich die Tiere flexibel an das saisonale Angebot anpassen. In Tirol leben heute etwa 2.000 bis 2.500 Steinböcke, was die erfolgreiche Rückkehr dieser einst fast verschwundenen Art eindrucksvoll belegt.
Der Alpensteinbock steht somit nicht nur für die Schönheit der alpinen Tierwelt, sondern auch für deren Verletzlichkeit und die Möglichkeit einer gelungenen Wiederherstellung – ein Gedanke, der sich auch in der Entstehung dieses Werkes widerspiegelt.
DDr. Schranz Johannes aus Imst erläuterte in einem Facebook-Post: Der Alpensteinbock war zwischen etwa 1800 und 1850 in den gesamten Alpen nahezu ausgerottet. Nur eine kleine Restpopulation im italienischen Gran Paradiso überlebte. Von dort wurden 1911 durch Schweizer Wildhüter – teils auch unter Mithilfe von Wilderern – junge Tiere in die Schweiz gebracht. Bereits 1906 entstand im Engadin der erste Nationalpark Europas, der wesentlich zum Schutz beitrug. Die Wiederansiedelung entwickelte sich zu einer großen Erfolgsgeschichte: Heute leben in der Schweiz rund 13.000 und in Österreich etwa 3.000 Steinböcke.
Das Acrylgemälde (60 × 80 cm), das ich 2022 malte, zeigt den Smaragdsee im Radurschltal oberhalb des Hohenzollernhauses bei Pfunds in Tirol – einen türkisgrünen Bergsee auf etwa 2200 m Seehöhe, der ursprünglich durch einen Murenabgang geformt wurde. Am 30. Juni 2025 wurde dieser See durch ein erneutes Murenereignis zerstört. Vielleicht gelingt es im Zuge künftiger Sicherungsmaßnahmen, erneut einen See zu schaffen, der der ursprünglichen Schönheit dieses Naturjuwels nahekommt. Besonders eindrucksvoll war die Lage des Sees am Fuße des 3353 m hohen Glockturms, dem höchsten Gipfel des Glockturmkamms, der das Kaunertal vom Inntal trennt und zu den Ötztaler Alpen gehört. Das nahegelegene Hohenzollernhaus, das 2024 sein 100-jähriges Bestehen feierte, liegt nur etwa 20 Gehminuten unterhalb des ehemaligen Sees.
Das Hohenzollernhaus ist vom Radurschltal aus gut erreichbar. Vom Parkplatz am Talende bei Radurschl führt ein markierter Wanderweg in etwa eineinhalb bis zwei Stunden zur Hütte auf 2123 m Höhe. Die Strecke ist auch für geübte Familien gut zu bewältigen.
Wer vom Hohenzollernhaus aus weiterwandern möchte, kann über das Schafskopfjoch – auch „Am Schafskopf“ genannt – auf 2582 m Seehöhe in Richtung Nauders aufbrechen. Diese aussichtsreiche Höhenroute führt durch teils karge, hochalpine Landschaften bis zur Bergstation der Bergkastelbahn oberhalb von Nauders. Die rund sechs- bis siebenstündige Wanderung ist anspruchsvoll und erfordert sowohl Trittsicherheit als auch eine gute Kondition.
Ein weiterer Übergang führt vom Radurschltal über das 2786 m hohe Riefejoch ins Kaunertal. Diese alpine Route bietet beeindruckende Panoramen und verbindet das Hohenzollernhaus mit der Kaunertaler Gletscherstraße – inklusive Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel und weiterführende Touren. Aufgrund ihrer Anforderungen ist diese Route erfahrenen Bergwanderern vorbehalten.
Das Hohenzollernhaus ist üblicherweise von Mitte Juni bis Ende September geöffnet, je nach Schneelage. In diesem Zeitraum sind auch Übernachtungen möglich, was besonders für mehrtägige Touren von Vorteil ist. Eine vorherige Reservierung wird dringend empfohlen.